Erfurt schlägt Amsterdam: Thüringens Hauptstadt ist Deutschlands Cannabis-Hochburg Nr. 1 – was das Abwasser verrät

21. März 2026

Eine neue Studie der Europäischen Drogenbehörde EUDA sorgt für Schlagzeilen – und Erfurt steht ganz oben. Nicht bei Wirtschaftskraft oder Lebensqualität, sondern bei Cannabis-Rückständen im Abwasser. Was steckt dahinter? Und was sagt das wirklich über unsere Stadt aus?

Die Studie: Europas Abwasser unter dem Mikroskop

Die Europäische Drogenbehörde EUDA hat 2025 in der bisher größten Abwasserstudie ihrer Art 115 Städte in 25 Ländern untersucht. Eine Woche lang wurden täglich Abwasserproben genommen und auf Rückstände von Cannabis, Kokain, Methamphetamin, Amphetamin, MDMA und Ketamin analysiert. Hier geht es zur Studie

Das Prinzip ist simpel: Was wir konsumieren, scheiden wir aus – und landet im Abwasser. Wissenschaftler können daraus hochgenau berechnen, wie viel von welcher Substanz eine Stadt täglich konsumiert.

Insgesamt wurden Abwasserproben von rund 72 Millionen Menschen ausgewertet.

Das Ranking: Deutsche Städte im Vergleich

Laut EUDA-Studie und dem Bericht der Thüringer Allgemeinen ergibt sich für Cannabis-Rückstände in deutschen Städten folgendes Bild (mg/1000 Personen/Tag):

Platz Stadt Cannabis-Rückstände
1 Erfurt 178.51 – knapp hinter Amsterdam
2 Berlin 172.67
3 Hamburg 167.28
4 Nürnberg 158.98
5–13 Weitere deutsche Städte Deutlich niedrigere Werte

Erfurt liegt damit nicht nur an der Spitze Deutschlands – sondern europaweit auf Augenhöhe mit Amsterdam.

Europa Ranking - Cannabis im Abwasser
Europa Ranking – Cannabis im Abwasser

Bei Methamphetamin belegt Erfurt Platz 2 unter den deutschen Städten, hinter Chemnitz. Bei Ketamin hat sich der Wert in Erfurt seit 2023 sogar verfünffacht – auch wenn Erfurt bei dieser Droge im unteren Drittel der deutschen Städte liegt.

Was sagen die Zahlen wirklich?

Hier ist Nüchternheit gefragt. Die Abwasserstudie misst Mengen – nicht Personen, nicht Häufigkeit, nicht Kontext.

Was die Studie NICHT sagen kann:

  • Wie viele Menschen in Erfurt Cannabis konsumieren
  • Ob es sich um medizinischen oder Freizeitkonsum handelt
  • Ob Konsumenten verantwortungsvoll oder problematisch konsumieren

Was die Studie sagen kann:

  • Cannabis ist in Erfurt die am gleichmäßigsten konsumierte Substanz – verteilt über die gesamte Woche, nicht nur am Wochenende
  • Das deutet auf regelmäßigen, alltäglichen Konsum hin – nicht auf reinen Party-Konsum
  • Deutschland insgesamt gehört zu den Ländern mit den höchsten Cannabis-Werten in Europa

Interessant: Während Kokain, MDMA und Ketamin vor allem am Wochenende konsumiert werden, zeigt Cannabis keine Wochenend-Spitze. Das ist europaweit konsistent – und spricht für einen hohen Anteil an Personen, die Cannabis regelmäßig nutzen, etwa zur Entspannung, Schmerzlinderung oder Schlafunterstützung.

 

Deutschland und Thüringen: Ein strukturelles Bild

Die EUDA-Studie zeigt: Deutsche Städte gehören europaweit zu den Spitzenreitern bei synthetischen Drogen wie Amphetamin (Speed) und Methamphetamin (Crystal Meth). Das ist besorgniserregend – und ein klares Signal für mehr Prävention und Aufklärung.

Bei Cannabis hingegen ist die Lage differenzierter zu betrachten. Seit der Teillegalisierung in Deutschland ist Cannabis für Erwachsene unter bestimmten Bedingungen legal. Der hohe Wert in Erfurt spiegelt also auch eine gesellschaftliche Realität wider: Cannabis wird konsumiert – ob legal oder nicht.

Marion Eich-Born vom Erfurter Verein „Super” bringt es auf den Punkt: Drogenkonsum ist in Erfurt ein ernstes Thema – belegt durch Unfälle, Dealdelikte und ausgehobene Drogenküchen. Chefarzt Alexander Refisch betont: „Sachliche und fundierte Aufklärung ist besonders wichtig” – für Eltern, Lehrkräfte und Jugendliche.

 

Was bedeutet das für den legalen Cannabis-Konsum in Thüringen?

Genau hier liegt der entscheidende Punkt: Die hohen Abwasserwerte zeigen, dass Cannabis in Erfurt und Thüringen längst Teil des Alltags ist – legal oder nicht.

Die Frage ist nicht ob, sondern wie konsumiert wird.

Wer Cannabis konsumiert, hat die Wahl:

  • Schwarzmarkt: Unbekannte Herkunft, unkontrollierte Qualität, mögliche Verunreinigungen, kein Wissen über THC-Gehalt
  • Cannabis Club: Kontrollierter Anbau, bekannte Qualität, transparente Inhaltsstoffe, verantwortungsvoller Rahmen

Cannabis Club Arnstadt: Qualität und Gemeinschaft als Antwort

Der Cannabis Club Arnstadt e.V. ist die legale, verantwortungsvolle Alternative für Erwachsene in Thüringen.

Wir bauen sehr hochwertiges Cannabis an – sorgfältig, kontrolliert und ohne Verunreinigungen. Das ist kein Luxus, sondern Gesundheitsschutz: Wer weiß, was er konsumiert, konsumiert sicherer.

Doch genauso wichtig ist der Austausch unter unseren Mitgliedern. Viele nutzen Cannabis begleitend bei bestehenden Erkrankungen – Schlafproblemen, chronischen Schmerzen oder Stress. Der offene, ehrliche Austausch über Erfahrungen, Sorten und Wirkungen ist für viele Mitglieder unglaublich wertvoll – und etwas, das kein Schwarzmarkt-Dealer der Welt bieten kann.

Wenn Cannabis schon konsumiert wird – dann bitte sicher, legal und informiert.

Zusammenfassung: Erfurt ist Spitze – jetzt kommt es auf den richtigen Umgang an

Die EUDA-Studie ist kein Grund zur Panik – aber ein klarer Auftrag: Aufklärung, Qualität und legale Strukturen sind die Antwort auf hohe Konsumzahlen. Nicht Verbote, die nachweislich nicht funktionieren.

Die Politik in Thüringen und Erfurt haben die Chance, beim Thema Cannabis und Gesundheit voranzugehen – mit verantwortungsvollen Clubs, ehrlicher Kommunikation und echter Gemeinschaft.

 

 

Quellen:

  • EUDA (2026): Wastewater analysis and drugs — a European multi-city study, 2025. → Zur Studie
  • Thüringer Allgemeine (20.03.2026): Vor Berlin und Hamburg: Erfurt ist deutscher Drogen-Hotspot. → Zum Artikel

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