Kiffen vs. Rauchen: Eine komplexe Beziehung

14. Oktober 2024

Die Frage, ob der Konsum von Cannabis zum Tabakrauchen führt oder ob es sich eher um eine umgekehrte Kausalität handelt, beschäftigt Forscher und Konsumenten gleichermaßen. Eine aktuelle Studie von Tesfa Mekonen Yimer hat neue Erkenntnisse zu diesem Thema geliefert.

Kiffen als Einstieg in die Tabakwelt?

Lange Zeit wurde vermutet, dass der Konsum von Cannabis eine Art “Einstiegsdroge” für Tabak sein könnte. Die Idee dahinter war, dass Menschen, die einmal die Hemmschwelle zum Konsum einer illegalen Substanz überwunden haben, auch eher bereit sind, andere Substanzen auszuprobieren.

Die Meta-Analyse von Yimer hat jedoch gezeigt, dass die Beziehung zwischen Cannabis- und Tabakkonsum komplexer ist. Es gibt Hinweise darauf, dass sowohl Cannabis- als auch Tabakkonsumenten bestimmte gemeinsame Risikofaktoren aufweisen, wie beispielsweise einen bestimmten sozialen Hintergrund oder psychische Probleme. Dies deutet darauf hin, dass es eher gemeinsame Ursachen für den Konsum beider Substanzen gibt, als dass der eine Konsum zwangsläufig zum anderen führt.

Die gesundheitlichen Risiken des Cannabisrauchens

Egal, ob Cannabis zum Tabakrauchen führt oder umgekehrt: Das Rauchen von Cannabis birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Ähnlich wie beim Tabakrauch werden beim Verbrennen von Cannabispflanzen zahlreiche Schadstoffe freigesetzt, die die Atemwege reizen und langfristig zu Lungenerkrankungen führen können.

Warum ist das Rauchen von Cannabis ungesund?

  • Schadstoffe: Beim Verbrennen von Cannabis entstehen ähnliche Schadstoffe wie beim Tabakrauchen, darunter Teer, Kohlenmonoxid und krebserregende Substanzen.
  • Lungenfunktion: Langjähriger Cannabiskonsum kann die Lungenfunktion beeinträchtigen und das Risiko für chronische Bronchitis erhöhen.
  • Herz-Kreislauf-System: Cannabis kann kurzfristig den Blutdruck erhöhen und das Herz schneller schlagen lassen. Bei Menschen mit bestehenden Herzproblemen kann dies gefährlich sein.

Alternativen zum Rauchen von Cannabis

Glücklicherweise gibt es zahlreiche Alternativen zum Rauchen von Cannabis, die weniger schädlich für die Gesundheit sind:

  • Verdampfen: Beim Verdampfen wird Cannabis auf eine bestimmte Temperatur erhitzt, ohne dass es verbrennt. Dadurch entstehen weniger Schadstoffe als beim Rauchen.
  • Cannabisöl: Cannabisöl kann in Speisen oder Getränke gegeben werden oder oral eingenommen werden.
  • Cannabis-Tinkturen: Tinkturen sind alkoholische Auszüge von Cannabis, die unter die Zunge getropft werden können.
  • Cannabis-Bonbons und -Cookies: Diese Produkte enthalten oft Cannabisöl und bieten eine diskrete Konsumform ganz ohne Rauch.

Fazit

Die Frage, ob Kiffen zum Tabakrauchen führt oder umgekehrt, ist nicht eindeutig zu beantworten. Es gibt jedoch klare Hinweise darauf, dass das Rauchen von Cannabis gesundheitsschädlich ist und dass es zahlreiche weniger schädliche Konsumformen gibt. Wer Cannabis konsumieren möchte, sollte daher auf Alternativen zum Rauchen zurückgreifen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Bei Fragen zu Cannabis und seinen Auswirkungen auf die Gesundheit sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Quellen

Weitere Beiträge

Suchtberatung digital in Thüringen

Digitale Suchtberatung – schnell und anonym

Thüringer CSCs bündeln ihre Kräfte im Kampf gegen Sucht Letzten Freitag trafen sich erneut die Vernetzungsgruppen der Cannabis Vereine in Thüringen. Ein zentrales Thema war, neben dem aktuellen Genehmigungsstatus, die Stärkung unserer Präventionsarbeit, insbesondere im Bereich der digitalen Angebote. Kostenlose und anonyme Suchtberatung rund um die Uhr In diesem Zusammenhang

Weiterlesen »
Konsumcannabisgesetz in Thüringen

Cannabisgesetz in Thüringen: Warum die Umsetzung stockt

Die vielversprechende Legalisierung von Cannabis in Deutschland gerät zunehmend ins Stocken. Besonders in Bundesländern wie Thüringen zeigt sich, dass die Umsetzung des Gesetzes mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist. Warum die Anbaugenehmigungen für Cannabisclubs noch immer auf sich warten lassen und welche Probleme die Umsetzung behindern, wird im Folgenden näher beleuchtet.

Weiterlesen »
Dampfende Cannabis Buds auf einem Backblech

Was passiert beim Decarboxylieren von Cannabis? Unser großer Überblick

  Wer Cannabis isst oder in Edibles, Ölen und Tinkturen nutzt, kommt an einem Begriff nicht vorbei: Decarboxylierung. Erst durch diesen Schritt wird der Großteil der Wirkstoffe überhaupt „aktiv“ – sprich: psychoaktiv oder therapeutisch wirksam. Chemische Grundlage: Von der Säure zur aktiven Form In der lebenden bzw. frisch geernteten Cannabispflanze

Weiterlesen »